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M ä r c h e n
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Der Dank des Reihers

Die Kleine lag lang ausgestreckt auf einer der sonnenbeschienenen Stufen, die vom Garten des Schlosses Lenzen zur Obstwiese und zum Graben hinunterführten.
Sie hatte sich durch ihren Wunderbecher wieder bis zur Größe eines Eichhörnchens zurückverwandelt.
Als sie aufblickte, sah sie Gurian an ihrer Seite stehen.
»Hast du gegessen?« fragte der Reiher.
»Nein«, erwiderte die Kleine. »Aber für ein so winziges Menschenkind wird es wohl nicht schwer sein, etwas Eßbares zu finden!«
Ohne ein Wort zu verlieren, packte der Reiher die Kleine um die Hüften, flog mit ihr davon, indem er sie behutsam im Schnabel hielt, und setzte sie im Gemüsegarten des Schlosses Lenzen ab.
Etwas atemlos zupfte die Kleine ihre Kleider zurecht. »Du machst ja keine großen Umstände mit mir!« sagte sie lachend.
Der Reiher hatte sie vor einein Erdbeerbeet niedergesetzt, und als Dott zwischen den Erdbeerbüschen hindurchging, die für sie so hoch waren wie Pfirsichbüsche, und die süßen Früchte groß wie Melonen und betäubend duftend über ihr hingen, da mußte sie wieder vor Freude umhertanzen. —
Dann begann sie mit ihrem Messerchen eine der riesigen Beeren in Scheiben zu zerteilen.
Als sie ihr Frühstück beendet hatte, stand sie auf und trat vor den Reiher hin. »Gurian«, sagte sie und strich mit ihrer kleinen Hand über seinen seidenweichen Flügel, »würdest du mich wohl in die Nähe meines Heimatdorfes tragen? Ich muß die Eltern und Geschwister wiedersehen.«
Der Reiher hob sie auf seinen Rücken und stieg mit ihr in die Lüfte.
In ruhigem, gleichmäßigem Fluge segelte der Reiher über die Löcknitz hinweg, hinweg über die grüne Wische, über die weitgestreckte Mauer des Deiches und das Vorland bis zu einer knorrigen Eiche, die breit wipfelig mitten auf einer Pferdekoppel stand. — Im Wipfel dieser Eiche aber saß Cornix, der Knese, und blickte aus halbgeschlossenen Augen dem Reiher entgegen.
»Was verschafft dem Krähenhäuptling die Ehre eines so vornehmen Besuches?« fragte er spöttisch, als der Reiher sich vor ihm in die Zweige der Eiche einschwang.
»Du sagtest mir am Abend nach dem Gericht der Frau Harke, daß du Zeuge warst, als der Mensch Ruanda und die Jungen vom Nest schoß», sagte der Reiher ruhig. »Willst du mir helfen, den Ort aufzufinden, wo er sie hingetragen hat, damit ich erfahre, was aus ihnen geworden ist?«
»Oh, warum nicht«, antwortete Cornix langsam. »Wo willst du, daß ich suche?«
»Nimm das Ufer am großen Strom, während ich mit dem Menschenkind an die Seen fliege«, sagte der Reiher.
»Das bedeutet also, daß er mir die Suche allein anvertraut«, überlegte Cornix und duckte sich noch mehr auf den Zweig nieder. - Laut aber fragte Cornix: »Und wo treffen wir uns?«
»Am Rambower See bei den Runensteinen, wenn die Sonne morgen am höchsten steht«, erwiderte der Reiher und schwang sich mit der Kleinen in die Luft.
Als Gurian in der Ferne verschwunden war, reckte sich der Knese auf. — »Eine größere Ehre ist dir ja noch nicht erwiesen worden«, sagte er zu sich selbst. »Auf, Cornix! Auf und hinab in die Höfe der Menschen!«

(Auszug aus "Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott" von Tamara Ramsay)

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Während Gackeleia so in schweren Puppensorgen auf ihrer Rasenbank saß, hörte sie auf einmal eine angenehme summende, aber sehr leise Musik ganz nahe hinter ihr vor dem Garten, der an einem Feldweg lag.
Da guckte sie durch die Blätter und sah etwas Seltsames.
Dicht vor dem Gitter saß ein Mann in einem schwarzen Mantel ohne Kopf an der Erde zusammengehuckt, und unter dem Mantel hervor schnurrte die Musik.
Gackeleia beugte sich zur Erde, um zu sehen, wo nur in aller Welt die feine Musik herkomme; wie war sie erstaunt, als sie da unten ein paar allerliebste Puppenbeinchen
in himmelblauen, mit Silber gestickten Schnürstiefelchen ganz im Takte der Musik herumschnurren sah!
Sie wußte gar nicht, was sie vor Neugier, die Puppe ganz zu sehen, anfangen sollte.
Oft war sie im Begriffe, dte Hand durchs Gitter zu stecken und den schwarzen Mantel ein wenig aufzuheben, aber die Furcht, weil sie an dieser Gestalt keinen Kopf sah,
hielt sie immer wieder zurück.
Endlich brach Sie sich eine lange Weidenrute ab, steckte sie durch das Gitter und lüftete den Mantel ein wenig.
Da schnurrte eine wunderschöne Puppe in den artigsten Kleidern, wie eine Reisende geputzt, unter dem Mantel hervor und rannte gerade auf das Gitter des Gartens zu, stieß einige Male an die goldenen Gitterstäbe und würde gewiß zu ihr hineingekommen sein, wenn sich nicht eine hagere Hand aus dem Mantel nach ihr hingestreckt und sie wieder in die Verborgenheit zurückgezogen hätte, wo die kleine Puppe von einer rauhen Stimme sehr ausgeschimpft wurde, daß sie sich unterstanden habe, unter
dem Mantel hervorzulaufen.

(Auszug aus "Gockel Hinkel Gackeleia" von Clemens Brentano)

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Hauff




(Auszug aus "Zwerg Nase", Wilhelm Hauffs sämmtliche Werke in 2 Bänden, Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig, ca. 1890)
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(Auszug aus "Die Regentrude", Theodor Storm, Gesammelte Werke in 2 Bänden, Verlag der Literaturwerke "Minerva", R. Max Lippold, Leipzig, 1929)

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In diesem Augenblick kam die Riesenspinne, die, während er vor sich hm duselte, ihn geschäftig eingewoben hatte, von hinten heran und warf sich auf ihn.
Bilbo konnte nur ihre Augen sehen, aber er fühlte ihre haarigen Beine, die sich damit abrackerten, die entsetzlichen Fäden um ihn herumzuwickeln.
Welch ein Glück, daß er noch rechtzeitig zu Verstand gekommen war!
Bald hätte er sich überhaupt nicht mehr rühren können.
Er mußte, wie die Dinge standen, verzweifelt kämpfen, bevor er frei kam.
Er schlug das Tier zuerst einmal mit den Fäusten ab, denn es versuchte, ihn zu vergiften, damit er stillhielt (wie es die kleinen Spinnen mit Fliegen machen).
Aber dann erinnerte Bilbo sich an sein Schwert, und er riß es aus der Scheide.
Die Spinne sprang zurück, und er fand Zeit, seine Beine zu befreien.
Danach war die Reihe an ihm, anzugreifen.
Die Spinne war augenscheinlich nicht mit Wesen vertraut, die solch einen Stachel an der Seite trugen, sonst würde sie rascher zurückgesprungen sein.
Bilbo kam ihr zuvor, ehe sie ausweichen konnte, und er traf sie mit seinem Schwert mitten zwischen die Augen.
Da wurde sie irre und sprang und tanzte und warf ihre Beine in schrecklichen Zuckungen, bis Bilbo sie mit einem zweiten Streich tötete.
Doch dann stürzte Bilbo selbst vornüber und erinnerte sich für eine lange Weile an nichts mehr.
Als er wieder zu sich kam, herrschte um ihn das gewöhnliche düstergraue Licht des  Waldtages. 
Die Spinne lag tot neben ihm, und seine Schwertklinge war schwarz gefleckt.
Aber irgendwie hatte der Tod der Riesenspinne, die er in der Finsternis ganz allein ohne die Hilfe des Zauberers oder der Zwerge besiegt hatte, aus Mister Beutlin einen anderen Hobbit gemacht.
Er spürte, daß er ein anderer geworden war, wilder und kühner, trotz eines leeren Magens.
Sein Schwert wischte er am Gras ab.

(Auszug aus "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien)

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Da wurde das Vöglein böse und fing an sich zu verwandeln, damit es den Mann erschrecke, daß er Türen und Fenster öffne und froh wäre, wenn das Vöglein davonflöge.
So machte es sich zu Tigern und Löwen, zu Ottern und Schlangen, zu Skorpionen und Taranteln, zuletzt zu einem scheußlichen Lindwurm, der sich um den Mann flocht und mit giftiger Zunge auf ihn fuhr.
Aber das alles schreckte ihn nicht, sondern er blieb fest bei seiner Absicht, und das Vöglein mußte all seine Anstrengungen aufgeben und wieder ein Vöglein werden.
Der Mann stand in tiefen Gedanken, denn es fiel ihm etwas ein aus alten Märchen.
Und er zog ein Messer aus der Tasche und schnitt sich ein Loch in den kleinen Finger der linken Hand, der immer das lebendigste Herzblut hat.
Und es tröpfelte Blut heraus, und er nahm vom Blut und bestrich des Vögleins Köpfchen und Leib damit.
Und kaum hatte er das getan, so stand auch schon das Wunder fertig da.
Das Vöglein wurde in der Minute zu der allerschönsten Jungfrau, und der Prinz lag alsbald zu ihren Füßen und küßte ihr züchtig und ehrerbietig die Hände.
Die Nachtigall war nun wieder Prinzessin Aurora geworden und erkannte in dem Mann ihren Bräutigam wieder, den Prinzen aus Ostenland. Sie war noch ebenso jung und schön, wie sie vor sechs Jahren zur Zeit der Verwandlung gewesen war.

(Auszug aus "Der Wolf und die Nachtigall" von Ernst Moritz Arndt)

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In einer bergigen Gegend wohnte einmal in einem ärmlichen Häuschen eine Witwe mit ihrem einzigen Sohn.
Sie waren sehr arm, denn die Erde war unfruchtbar und mager.
Zu allem Unglück wurde die Witwe eines Tages schwer krank.
Lange lag sie in hohem Fieber, und als sie sich etwas besser fühlte und versuchen wollte, aufzustehen, da merkte sie, daß ihr Rücken und ihre Beine lahm waren, so daß sie sich nicht mehr bewegen konnte.
Der Sohn mußte jetzt alle Arbeit im Hause allein verrichten und dazu noch die Mutter pflegen, als ob sie ein kleines Kind wäre.
So vergingen einige Jahre, aber es zeigte sich keine Besserung.
Die Mutter wurde immer schwächer und schwächer.
Aber der Sohn liebte sie über alles in der Welt, und schließlich konnte er es nicht mehr ertragen, sie so leiden zu sehen.
„Ich will in die Welt hinaus gehen und überall fragen und suchen, bis ich ein Heilmittel für sie finde", dachte er, „und wenn die Menschen keinen Rat mehr wissen, dann gehe ich zu den Hexen und Trollen."

(Auszug aus "Das Märchen von den Blumen des Abendrotes" von Ebba Langenskiöld-Hoffmann, Otto Wigand'sche Buchdruckerei, Leipzig, o. J. (1920er Jahre))

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E. T. A. Hoffmann



(Auszug aus "Der goldene Topf" von E.T.A. Hoffmann, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien, 1923)
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Dickens



(Auszug aus "Oliver Twist" von Charles Dickens, Hesse & Becker Verlag, Leipzig o.J. (ohne Jahresangabe)





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Schatzinsel



(Auszug aus "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson, Franck'sche Verlagsbuchhandlung, 1946)
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